Sarturia.com Buchinhalt Vorschau


Aus dem Buch: Zwanzig Kilo für Dieter Bohlen
 
Zwanzig Kilo für Dieter Bohlen
Abnehm-Leiden für DAS SUPERTALENT

Dieter König

Kaum zu glauben, aber im April 2019 hatte ich mir eine Aufgabe ans Bein gebunden, die eigentlich nicht zu bewältigen war. Zwanzig Kilo oder mehr sollten runter. Und das in acht kurzen Wochen. Aber was versucht man nicht alles, wenn man sympathischen Autoren unter die Arme greifen will ...

Ach ja, ich habe noch gar nicht erzählt, worum es eigentlich geht: Ich leite nämlich die Sarturia®-Literatur-Akademie, auf deren Förderstufen sich fleißige und erfolgshungrige Autoren redlich abmühen, richtig gute Geschichten zu verfassen, die ihre Leser zum Teil förmlich umhauen. Als altgedienter Haudegen in Sachen Literatur und Satzgestaltung helfe ich ihnen schon seit langen, langen Jahren dabei, auch wenn ich mir dafür so manche Nacht um die Ohren schlagen muss.
Ich beklage mich nicht, denn die Sache klappt soweit ganz gut. Was aber - so frage ich mich des Öfteren - kann ich wohl noch unternehmen, um die Mädchen und Jungs zusätzlich zu unterstützen? Klarer Fall, keiner fängt ganz oben an; meine Schützlinge müssen zunächst mal überhaupt von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Man muss über sie sprechen.
Mir war zu diesem Zeitpunkt keineswegs klar, dass die zunächst recht harmlos erscheinende Überlegung der Startschuss für einen wahren Krimi sein könnte, der schlussendlich mit dem Versuch enden sollte, dem Pop-Titan, Dieter Bohlen, und seinen Jury-Mitgliedern ein Liedchen ins Ohr zu trällern.

Dabei ging es gar nicht um das Liedchen. Es ging auch nicht um mein Übergewicht. Es ging allein ...

Aber fangen wir am besten ganz von vorne an:

Schon seit langen Jahren, liebe Freunde, führe ich einen mehr oder weniger erfolgreichen Kampf gegen mein Übergewicht. Dabei bin ich nicht allein. Übergewicht ist eine moderne Krankheit geworden. Der Körper des Menschen ist nicht darauf ausgerichtet ständig ohne jegliche Mangelzeiten im Nahrungsangebot auskommen zu müssen.
Ich weiß nicht, seit wann wir denn schon mehr als genug zu essen haben; in Wirklichkeit schlemmen wir erst in den letzten paar Duzend Jahren wie die Fürsten. Aber all die - sagen wir mal - Millionen Jahre vorher lernte der Körper des Menschen, sich auf Hungerperioden einzustellen. Und die fehlen ihm jetzt.
Kein Wunder, dass ihn das gegenwärtige Überangebot an Nahrungsmitteln auf Dauer krank und dafür die Ärzte reich macht.

Trotzdem meinte ich noch wenige Tage vor meinem hehren Entschluss: hundertzehn Kilogramm auf der Waage seien ja nicht wirklich viel. Die Betonung liegt auf nicht wirklich, auch wenn das Gewicht manchmal ganz schön auf die Gelenke ging. Mit dem großen Spiegel der Schrankwand stand ich allerdings auf Kriegsfuß - schon seit langem - er zeigte einfach nicht das, was er zeigen sollte.

Ganz ehrlich: Als ich vor dreiundzwanzig Jahren meine Schnucki Putzi Baby Maus kennenlernte, da wog ich noch achtundsiebzig Kilo und konnte Kleidergröße fünfzig tragen. In Worten: Größe Fünfzig! Die Bilder von damals hab ich nach und nach allesamt versteckt; ich ärgere mich doch nicht jedes Mal mit mir selber herum, wenn ich sie in die Hand bekommen und angucken muss ...

Insgesamt schien das tatsächlich ein kluger Schachzug gewesen zu sein, denn der Hader mit mir selber hielt sich eine Zeit lang in Grenzen. Dem Spiegel aber, dem konnte und wollte ich nicht mehr länger vertrauen. Das Problem: Man kann sich schlecht die schütter werdenden Haare mit geschlossenen Augen kämmen oder die neue Hose in der nächsthöheren Größe anprobieren, ohne dass man im Spiegel kontrolliert, ob sie auch wirklich sitzt.

Da kam mir der gängige Modetrend gerade recht: Er erlaubte es den jungen Leuten, das Hemd aus der Hose hängen und über den Hosenbund fallen zu lassen. Was für eine Gelegenheit für mich! Ganz im Ernst: Es sieht bei einem gestandenen Mann mit hundertzehn Kilo ganz passabel aus, wenn er die Anzugweste offen lässt und die Krawatte lässig und ein bisschen länger als sonst bindet.
Das mit Schick heraushängende Hemd signalisiert den Leuten auf jeden Fall, dass der Träger mit der Mode geht.
Das sollte man zumindest meinen.
Bloß der Spiegel war da unfreundlicher Weise anderer Meinung, und zeigte mir diese Meinung auch gnadenlos. Vor allem dann, wenn ich es gar nicht sehen wollte.

Ich gebe zu, dass mich das nervige Spiel mit meinem Ebenbild schon ein bisschen ärgerte, denn ich stöberte schon im Internet nach Schlankmachern, als ich noch nicht einmal hundert Kilo auf die Waage gebracht hatte. Ich kaufte mir sogar Bücher, die mir helfen sollten, mein Gewicht zu reduzieren. Und was brachte es? Über die letzten Jahre hinweg schaffte ich es wenigstens, dass ich nicht noch weiter zunahm, sondern mein Gewicht halten konnte.
Ein Sieg also!
Ein Sie für mich.
Aber nicht für meinen Widerpart im Spiegel ...!

Na, ja, trotzdem hätte es ewig so weitergehen können, wenn ich nicht eines Tages - vom blanken Irrsinn befallen - einen total verwegenen Plan gefasst hätte.

Er hatte gar nichts mit meinem Übergewicht zu tun. Aber wenn man Vorstandsmitglied eines gemeinnützigen Fördervereins ist, dann muss man sich schon ein bisschen umtun, um hin und wieder eine Spende zu ergattern, die man dann in die Förderung junger Talente investieren kann. Unter anderem hatte ich es schon geschafft, meine Bank zur Einsicht zu bringen und somit eine größere Summe ergattert, was ich werbewirksam in Szene setzten konnte. Aber so richtig in Fahrt kommen wollte das Spenden-Sammeln partout nicht.
Also überlegte ich hin und her und fand tatsächlich auch einige gute Ideen. Jochen Schweizer wäre zum Beispiel ein Kandidat gewesen. Sicher hätte er es würdigen können, wenn wir in unseren Büchern ein wenig Werbung für seine Erlebnis-Angebote gemacht hätten. Alter Hut: Eine Hand wäscht die andere; so ist das üblicherweise im Business. Aber die Sache ging in die Hose. Ich musste also wohl oder übel andere Möglichkeiten suchen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Anfang 2019 ritt mich der Satan und meine diesbezüglichen Überlegungen fokussierten sich schlussendlich wie von selbst auf einen der bekanntesten Fernsehstars, der neueren Zeit, auf den Pop Titan, Dieter Bohlen ...!
Warum gerade auf ihn?
Na, weil der sich doch - ganz genau wie ich selber - den Hintern aufreißt, um jungen und noch unentdeckten Talenten eine Chance zu verschaffen. Das - so dachte ich insgeheim - müsste doch haargenau mit meinen Plänen zusammenpassen. Wenn nicht er, wer dann?
Diese abstruse und eigentlich ziemlich verrückte Idee, grub sich unwiderstehlich in meinen Schädel. Sie faszinierte mich ungemein und trieb mir das pure Adrenalin durch die Adern. Es war ja nix dabei: Ein paar nette Mails, ein höfliches Anschreiben, und mehr als nein sagen konnte er ja nicht. Und immer noch ahnte ich nicht im Geringsten, von jenem Krimi, den ich da anleiern würde.

Dabei fing alles ganz harmlos an:
Im Internet kann man ja heutzutage herumsuchen und nach Herzenslust recherchieren, bis einem die Luft ausgeht. Und üblicherweise kann man so gut wie jedermann aufspüren und seine Adresse herausfinden. Warum also nicht auch den Größten der Größten, den angesagten Pop-Titan.
Und tatsächlich, im Laufe der Zeit wurden mir so einige Kontaktmöglichkeiten angeboten: Bohlen Media zum Beispiel, RTL oder due UFA. Angeregt und guter Dinge verfasste ich also eine ganze Reihe von Bittschriften, um sicherzugehen, dass wenigstens eine von ihren in die richtigen Hände gelangen würde. Jedoch - und das frustrierte mich zutiefst - ich erhielt auf keines meiner Bittschreiben irgendeine Antwort.
Na ja, dachte ich mir, das kann man ja verstehen. Ich meine, wenn ich an Dieter Bohlens Stelle wäre, würde ich mich auch ein wenig abschotten, denn da könnte ja jeder kommen ...

Aber meine Resignation war nicht von langer Dauer, denn nachdem ich mich nun schon so tief in diese verflixte Idee verstrickt hatte, gingen plötzlich ganz automatisch die Pferde mit mir durch: Nun wollte es auf einmal unbedingt draufankommen lassen.
Der auslösende Gedanke: Ich war ja nebenberuflich für lange Jahre als Texter und Komponist tätig; in der Regel für Musikerkollegen und Rockgruppen, aber auch hin und wieder für Firmen, die gerne mit Werbejingles ihre Kunden enger an sich binden wollten; die Herrschaften zahlten nämlich recht gut. Zudem wusste ich aus dem Fernsehen, dass die Supertalent-Jury hin und wieder auch Künstlern eine Chance einräumte, die allein mit ihrer Stimme brillieren wollen.
Nun gut, dachte ich mir, mit meiner Stimme werde ich wohl kaum so sehr brillieren, dass ich Supertalent werde. Da gibt es weiß Gotte Jüngere und Bessere. Aber als erfolgreicher Texter und Komponist würde ich mich eigentlich nicht allzu sehr blamieren können. Hauptsache war ja sowieso nur, dass ich Gelegenheit bekommen würden, unserer Supertalent-Koryphäe ganz zwanglos von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten. Vielleicht ergab sich ja daraus die Gelegenheit, den prominenten Titanen um eine Unterstützung für unsere Nachwuchsautoren zu bitten.
Und so hatten die ersten Takte des Krimis bereits begonnen, ohne dass ich wirklich bemerkt hätte, in was ich mich da hineinmanövriert hatte.

Das Erfreuliche: Als ich meiner Schnucki-Maus gegenüber äußerte, ich hätte mich ganz mutig fürs Supertalent beworben, reagierte total cool. Ganz anders als meine einstige Lebensgefährtin damals, als Wolfgang Jeschke, Herausgeber bei Heyne, München, mein Erstlingswerk erst mal abgelehnt hatte. Ihr Triumph: "Ich hab dir ja gleich gesagt, dass das nix wird!"
O nein, hier und jetzt passierte genau das Gegenteil; meine kleine Wonnemaus bekam feuchte Augen, äußerte jedoch ganz verschämt: "Aber ich geh da nicht mit rein, auch nicht wegen einem Erinnerungsfoto!"
Süß, nicht ...?
Auf jeden Fall hatte ich nun schon allzu vorwitzig meine Idee per Internet angemeldet, und der wichtigste Mensch in meinem Leben stand taff hinter meiner Absicht.
Und auf einmal wurde es tatsächlich und ganz wirklich ernst ...!

Ich sagte schon, dass ich mit dem Spiegel auf Kriegsfuß stand. Aber kurz nach meiner definitiven Zusage fing er lauthals an zu lachen und machte mich spiegelverkehrt auf meine feisten Backen und meinen runden Kugelbauch aufmerksam, den auch mein heraushängendes Hemd nicht wirkungsvoll wegretuschieren konnte. Und - so gemein kann das Leben sein - dieses Bild zeigte mir der verdammte Spiegel gnadenlos wieder und wieder, sooft ich mich auch davor stellte und hoffte, das Problem würde sich von alleine lösen.
Aber nein, das tat es nicht. Im Gegenteil ...!
Und so reifte in mir langsam aber sicher die schmerzhafte Erkenntnis, dass ich mein mehr oder weniger erfolgloses Abnehm-Verhalten revidieren und grundlegend verändern musste, wenn, ja wenn ich mich nicht vor der Supertalent-Jury und gleichzeitig auch noch vor zig Millionen Fernsehzuschauern blamieren wollte.
Was aber - um Himmels Willen - war da bloß zu tun?

Verzweifelt stöberte ich im Internet und suchte nach einem Allheilmittel, oder wenigstens nach Ratschlägen, die ich bisher noch nicht gekannt hatte. Man glaube es mir - oder glaube es nicht - mir kamen fast die Tränen: Denn all die Ratschläge ähnelten sich im Prinzip, und die meisten davon hatte ich längst schon ausprobiert, mit dem Ergebnis, dass der Spiegel sich inzwischen vor Lachen bog.
Natürlich gaukelte mir mein überanstrengtes Gemüt noch einen allerletzten, wenn auch reichlich unseriösen Ausweg vor: Meine Anmeldung war nämlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell bestätigt worden. Wenn sie also abgelehnt würde - konnte ja sein - dann müsste ich mich nicht um schlanke Rezepte und Wunder-Diäten kümmern und könnte weiterhoffen, dass mein Fitnesstraining allein irgendwann dann ‚doch‘ eine Besserung erbringen könnte.

Na, ja, der Mensch ist schwach und die Versuchung ist groß - oder so ähnlich. Aber das Schicksal ist - in seiner grenzenlosen Unabdingbarkeit - zuweilen sowas von ungnädig mit uns Menschen, dass es einem förmlich die Tränen in die Augen treibt:
Meine Bewerbung wurde angenommen ...!

Jetzt war guter Rat teuer ...!
Im Schockzustand konsultierte ich nochmal die Waage und redete eindringlich meinem Spiegelbild ins Gewissen. Und dabei wurde mir die ungeheure Tragweite meines übermütigen Vorhabens so richtig bewusst:
Ich musste tatsächlich und allen Ernstes fasten.

Man muss solch ein Problem erst mal geistig verarbeiten: Ich hatte kaum mehr als acht schlappe Wochen Zeit, um insgesamt zwanzig Kilo abzuspecken. Nun, gut, mein Idealgewicht wäre zwar achtzig Kilo. Aber wenn ich dieses Ziel bis zum Casting nicht ganz erreichte, dann würde das auch nicht gerade über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Aber fünfzehn oder besser noch achtzehn Kilo im Minimum mussten auf jeden Fall weg. Nun bring mal das einer in kaum mehr als sechzig Tagen fertig ...!
In der Schule hatte ich zwar eine Fünf im Rechnen; doch das raue Leben hatte mir das Kopfrechnen inzwischen gnadenlos beigebracht. Und so kam ich auf jeweils runde fünfhundert Gramm pro Tag - also jeweils eine Frühstücksschüssel voll Fett - die ich verlieren musste, wenn ich mein Ziel tatsächlich erreichen wollte.
Nicht zu schaffen! Nein, ganz und gar nicht. Nicht einmal mit ganz viel gutem Willen ...!

Ziemlich entmutigt, durchstöberte ich das Internet nach dem Energieinhalt von Körperfett und - Junge, Junge - ein einziges Kilogramm Bauchspeck hält nahezu tausend Kilokalorien an Energie gespeichert, für jene besagten ‚dürren Zeiten‘, die in der heutigen Zeit niemals mehr kommen. Mein Training im Fitnessstudio verbrennt jedoch allerhöchstens vierhundert Kilokalorien pro Sitzung, und ich kann es nicht einmal jeden Tag nutzen, sonst werden meine Muskeln sauer. Es wäre gegen jede Fitness-Regel.
Wie also sollte ich auf die geforderten vierhunderfünfzig Gramm Gewichtsabnahme pro Tag kommen?

Ich war verzweifelt und haderte mit mir selbst. Warum, um alles in der Welt, hatte ich nicht einfach einen Riegel davor geschoben, als es noch nicht zu spät war?

Doch manchmal - ob man‘s nun glaubt oder nicht - geschehen noch Zeichen und Wunder. Unser Fernsehapparat hatte anscheinend mein stummes Flehen erhört. Und wie der Zufall es wollte, präsentierte er mir eine Sendung übers Heilfasten. Darin redeten ein paar kluge Köpfe über Heilmethoden, bei denen man über einen gewissen Zeitraum überhaupt keine feste Nahrung zu sich nehmen darf und sich ausschließlich nur mit Wasser über Wasser hält.

https://heilfasten-portal.com/durchfuehrung-einer-fastenkur-uebersicht

Zunächst saß ich vor Schreck vollkommen gelähmt vor der Glotze und die Gespräche auf dem Monitor kamen nur wie durch Watte bei mir an. Dann aber klärten sich meine Sinne, denn die Experten unterhielten sich locker und flockig über die gesundheitlichen Vorteile, die ein Heilfasten mit sich bringen würde.
Wie? Was? Gesundheitliche Vorteile? Ganz plötzlich löste meine Schreckstarre und der Fernseher hatte meine volle Aufmerksamkeit.
Automatisch begann ich erneut zu rechnen:
Wenn ich also beharrlich weiter trainierte würde, während ich keinen Bissen mehr aß, aber stattdessen meinen Wasserkonsum drastisch erhöhte, dann könnte es - so der Konsens jener Experten im Fernsehen - unter Umständen doch noch zum Idealgewicht reichen. Ganz knapp zwar, aber ich könnte es auf diese Weise schaffen. Das würde aber bedeuten, dass ich acht Wochen lang, weder ein Schnitzel, noch eine Schweinshaxe oder ein wohlschmeckendes philippinisches Adobo genießen durfte.
"Das geht nicht", äußerte meine Schnuckelmaus prompt. "Du kannst nicht acht Wochen lange so ganz ohne Nährstoffe, ohne Mineralien und ohne Vitamine auskommen. Das bringt dich um."
Ja, dieses Argument kannte ich schon. Ich hörte es laufend. Ich meine, jeder einigermaßen vernünftig erscheinende Mensch rät dir ab, wenn du mit solch einer Schnapsidee daherkommst.

Aber nein, dieses eine Mal führte der Widerstand, der mir von meinen Mitmenschen entgegenschlug, nicht wieder zu einer willkommenen Ausrede, die mir erlaubt hätte, meinen Wahnsinns-Plan umzuschmeißen. Ich hatte mich zu dieser Zeit schon viel zu tief in die Problematik verbissen. Am Horizont leuchtete da eine winzige Chance, dass ich dieses gewaltige Vorhaben packen könnte. Es lag ganz allein an mir, alle notwendigen Faktoren zu berücksichtigen, sodass ich am Ende meinem Idealgewicht näher sein würde, als irgendwann in den letzten zwanzig Jahren vorher.
Doch wo bekam ich jetzt einen wirkungsvollen Schlachtplan her?

Nun gut, das Internet ist ja im Prinzip eine ganz hervorragende Erfindung. Für Ratsuchende wie mich vielleicht sogar noch wichtiger als die Zähmung des Feuers. Ganz im Ernst: Man findet wirklich alles was man sucht; vorausgesetzt, man ist in der Lage den Spam, die überbordenden Ablenkungen und die irreführenden Meinungen der selbstverlieben oder frustrierten User auszufiltern und zu ignorieren.
Aber wenn ich wissen will, welche Vitamine mein Körper unbedingt braucht, dann muss ich nur aus ein paar hundert Informations-Seiten diejenigen heraussuchen, die ich für vertrauenswürdig halten kann. Und - man glaubt es kaum - von den wenigen Seiten, die dann noch übrigbleiben, da gleichen sich die Angaben in ganz erstaunlicher und auffälliger Weise.
Mir ging das Herz auf, Ich glaubte inzwischen tatsächlich, eine echte Chance zu haben.
Und so begann ich mir eifrig Notizen zu machen und die wichtigsten der gefundenen Abhandlungen herauszukopieren und zu sammeln. Na klar, mein Körper brauchte gewisse Mineralstoffe und Vitamine um seine Grundfunktionen aufrechtzuerhalten. Wenn ich ihm die verweigere, dann wehrt er sich und beginnt, mich zu ärgern. Und das wollte ich auf keinen Fall riskieren. Die Zeit war gut angewendet, wenn ich die Aussagen kompetenter Ärzte und die Berichte einschlägiger Sanatorien studierte.
Ich konnte ja nicht blind in dieses Abenteuer gehen ...


Hier endet die Vorschau! Legen Sie sich deshalb das Buch gleich in den Warenkorb oder bestellen Sie es bei Amazon als Ebook für Ihren Kindle.