Sarturia.com Buchinhalt Vorschau


Aus dem Buch: Renate Zawrel Hrsg. - Märchen unterm Regenbogen, Band 1
 
Roboterärger
Karl-Heinz Mitzksche

Ein kleiner Roboter saß auf der Bank,
ließ in der Sonne sich braten.
Er dachte dabei: "Gott sei Dank,
meine Batterie wird nun neu geladen."

Ein Spätzlein kam, ein kleiner Tropf,
dem war die Zeit wohl zu lange.
Er setzte sich auf des Roboters Kopf
Und hatte gar keine Bange.

"Hau ab", rief dieser, voller Wut
und fuchtelte mit seinen Zangen.
"Ich brauche keinen Vogelhut,
deshalb werd ich Dich jetzt fangen!"

Das Spätzlein aber kicherte frech
und pickte mit dem Schnabel, dem spitzen.
"Du bist doch nur ein Haufen Blech!",
sprach s und blieb einfach sitzen!


Was ist ein Bumerang
Mike Gundlach

Was ist ein Bumerang?
Mit dieser Frage mussten sich Willi, Annette und Peter bei den Hausaufgaben herumschlagen. Meistens machten die drei Freunde und Klassenkameraden ihre Hausaufgaben zusammen, so auch heute Nachmittag. Sie mussten sich nicht nur mit dem Thematik ?Was ist ein Bumerang? beschäftigen, sie mussten auch versuchen, einen herzustellen und lernen, wie man ihn richtig wirft, damit er zum Werfer zurückkehrt.
Die Drei saßen also bei Willi im Zimmer, blätterten im Lexikon und versuchten, im Computer irgendetwas über einen Bumerang herauszufinden. Diese Hausaufgabe war die Vorbereitung zu einem Wettbewerb in der Schule. Die Klasse würde entscheiden, welcher Bumerang am besten flog.

Aber eigentlich waren nur Annette und Peter mit Eifer bei der Sache. Willi war dafür bekannt, dass er Hausaufgaben lieber abschrieb und den Anderen die Arbeit überließ. So blätterte er auch heute lustlos in dem Lexikon herum, das Annette ihm gerade in die Hand gedrückt hatte. Natürlich wirkten die beiden, Annette und Peter, nach einer Weile schon etwas genervt.
"Und...", erkundigte Annette sich, "schon etwas gefunden?"
"Nö ...", brummte Willi vor sich hin, "hier steht nichts drin. Aber ihr beide habt bestimmt schon etwas Passendes entdeckt."
"Haben wir", behauptete Peter. "Aber noch nicht genug. Also such weiter unter dem Buchstaben B wie Bumerang und blättere nicht einfach wahllos in den Seiten herum. Wir haben keine Lust, die ganze Arbeit alleine zu machen."
Auffordernd schauten die beiden Freunde ihren Schulkameraden an, so dass er wohl oder übel im Lexikon die entsprechende Seite heraussuchen musste.
"Hier steht", kam es schließlich über seine Lippen, "dass der Bumerang aus Australien kommt."
"Haben wir auch schon gelesen." Annette schien mit dem Suchergebnis nicht zufrieden. "Und weiter?"
"Früher benutzte man den Bumerang zum Jagen und heute im Sport. Der im Sport benutzte Bumerang fliegt zum Werfer zurück, wenn er richtig geworfen wird."
"Gut, Willi!" Durch zurückhaltendes Händeklatschen lobte Peter seinen Freund.
"Warum nicht gleich so? Nun wollen wir uns damit beschäftigen, wie man einen Bumerang selber herstellt. Willi, du kannst dir schon einmal überlegen, was wir dafür alles brauchen."
Willi schnitt eine säuerliche Grimasse. "Ich dachte", meinte er ablehnend, "das hättet ihr schon gemacht."
"Willi", schimpfte Annette aufgebracht, "jetzt tu , was wir dir sagen."
Ihr Ton zeigte tatsächlich Wirkung.
"Ist ja gut!", lenkte der Junge ein. "Ich mach? ja schon!"
"Noch was, Willi." Annette hielt fordernd die Hand auf. "Wolltest du mir nicht heute etwas wiedergeben? Du erinnerst dich doch bestimmt. Oder?"
"Ich weiß nicht, was du meinst?" Ein freches Grinsen war bei Willi zu sehen.
Natürlich wusste er genau, worum es ging.
Annette bewegte fordernd die Finger. "Gib mir meinen Euro wieder! Aber sofort!"
Der Junge tat unschuldig. "Einen Euro? Wieso?"
"Willi! Her mit dem Geld! Sonst lass ich dich das nächste Mal an der Kasse dumm da stehen, wenn du Bonbons kaufen willst und mal wieder dein Geld zu Hause vergessen hast."
Annette ließ nicht locker. Schließlich holte Willi tatsächlich eine Euromünze aus seiner Geldbörse hervor und drückte sie der Freundin in die Hand. "War doch bloß Spaß ?"
Als das Mädchen die Münze einstecken wollte, meldete sich Peter zu Wort:
"Warte mal, Annette."
Sie schaute ihn verdutzt an. "Was denn?"
Peter hob die rechte Augenbraue. "Du weißt doch hoffentlich noch von unserer Wette."
Verlegen schaute das Mädchen zu Boden. "Stimmt", gab sie seufzend zurück, "die habe ich verloren."
"Richtig!", triumphierte Peter. "Wir hatten um genau einen Euro gewettet."
Eine Weile zögerte Annette noch, dann aber reichte sie Peter bereitwillig die Euromünze, die sie gerade von Willi erhalten hatte.
Willi konnte seine Neugier nicht länger bezähmen.
"Eine Wette?", erkundigte er sich. "Habe ich da etwas verpasst? Was habt ihr denn gewettet? Nun sagt schon!"
Peter zögerte eine Weile, als überlege er, wie viel er dem Neugierigen verraten sollte.
"Nichts Besonderes", äußerte er dann. "Es ging um das schicke, rote Auto, das neuerdings auf dem Schulparkplatz steht. Wir haben gewettet, wem es gehört."
Willi lachte schadenfroh. "Das weiß doch jeder auf der Schule. Es gehört dem Hausmeister."
Peter hob die Schultern. "Inzwischen weiß ich das auch. Aber", er fasste Willi fester ins Auge, "da wir gerade von Autos reden. Dein Poster mit den tollen Rennautos an der Wand, hättest du nicht noch ein Zweites davon?"
Willi hatte sofort die Ohren gespitzt. Er machte gerne Geschäfte mit seinen Schulkameraden. Diesbezüglich war er ein echtes Schlitzohr. "Willst du es mir wirklich abkaufen?"
Peter nickte erwartungsvoll.
Willi setzte eine triumphierende Miene auf. "Einen Euro fünfzig, und das Poster
gehört dir."
Peter richtete sich frustriert auf und zeigte seinem Freund den Vogel. "Du spinnst!", knurrte er. "Viel zu teuer!"
Annette verfolgte interessiert den Handel zwischen den Beiden. Würden sie sich einigen? Und wer würde am meisten profitieren?
"Gar nicht teuer!", brummte Willi. "Ich habe viel Geld für die beiden Poster bezahlt. Das ist ein wirklich großzügiges Angebot, von Freund zu Freund."
Peter schniefte ein wenig. Trotzig und mit einer wegwerfenden Handbewegung meinte er: "Blödsinn! Du hast gar nichts dafür bezahlt. Du hast sie drüben bei den Papiercontainern gefunden, in einem Karton. Das weiß ich. Also fünfzig Cent. Mehr bezahle ich nicht dafür."
"Ich will aber einen Euro fünfzig haben!"
"Fünfzig Cent! Mehr nicht!"
Peters Hartnäckigkeit war zum Verzweifeln.
"Also gut", kam Willi seinem Freund entgegen. "Einen Euro. Das ist aber mein letztes Angebot."
Peter seufzte erst, nickte dann aber grinsend. "Einverstanden."
Die beiden Freunde besiegelten den Handel mit einem Handschlag. Willi kramte das Poster aus dem Schrank und tauschte es gegen die Euromünze von Peter. Es war natürlich dieselbe Münze, die er vorhin Annette zurückgegeben hatte, die ihn dann an Peter weiter gereicht hatte.
Willi überlegte eine Weile, aber dann schien er mal wieder so eine typische Wahnsinnsidee zu haben. Begeistert warf er die Münze in die Luft und fing sie wieder auf.
"Wisst ihr was?", meinte er zu seinen Freunden. "Diesen Bumerang-Wettbewerb in der Schule, den habe ich eigentlich jetzt schon gewonnen."
Annette und Peter schauten ihn verdutzt an.
"Was hast du dir denn nun schon wieder ausgedacht?"
Willi grinste. "Habt ihr das denn nicht mitbekommen?", erkundigte er sich überheblich und zeigte auf das Geldstück.
"Diese Euromünze habe ich vorhin dir gegeben, Annette. Du hast sie dann Peter gegeben und der hat sie wieder mir gegeben. Die Münze ist also zu mir zurückgekommen. Stimmt?s?"
Die beiden Freunde sahen sich mit großen Augen an.
"Damit", fuhr Willi begeistert fort, "ist sie ein perfekter Bumerang, und zwar der perfekteste, den es überhaupt gibt. Also brauche ich unserem Lehrer nur diese Münze zu zeigen und ihm erklären, was eben passiert ist. Und schon habe ich den Wettbewerb gewonnen."
Annette schüttelte den Kopf und Peter fasste sich an die Stirn.
Das war wieder mal typisch Willi.


Hier endet die Vorschau!
Legen Sie sich deshalb das Buch gleich in den Warenkorb oder bestellen Sie es bei Amazon als Ebook für Ihren Kindl