Sarturia.com Buchinhalt Vorschau


Aus dem Buch: Hrsg. Renate Zawrel - Fienjan und der Farbenvogel - (Auswahlband)
 
Von Martina Laurenz

Morgendlicher Sonnenschein ergoss sich warm und hell über den Garten und kitzelte nach und nach dessen Bewohner wach. Auf dem Flieder reckten Schmetterlinge ihre nachtfeuchten Flügel in die Strahlen, während die Bienenkinder durch die Blütenkelche tobten und eine feine kleine Staubschicht aus Pollen hinter sich herzogen. Zwei Marienkäfer wuschen sich in den Tautropfen auf dem Buchenblatt, als unter ihnen im Gras ein ungleiches Paar seines Weges ging.
Die Nacktschnecke Fienjan und ihre Stiefschwester, die Weinbergschnecke Alea. Auch wenn die beiden grundverschieden aussahen, war ihre Abenteuerlust doch die gleiche. Einst hatte ein Reiher Fienjans Eltern als leckeren Happen verzehrt und die Weinbergschnecken hatten den einsamen Jungen aufgenommen.

"Komm schon, Alea", lockte die Nacktschnecke, "gucken wir, wer am weitesten auf den Grashalmen hochkriechen kann."
"Fienjan, das dürfen wir nicht", erwiderte die Weinbergschnecke und schüttelte bedächtig den Kopf. "Da oben könnten wir gesehen werden. Die Gefahr ist zu groß."
Doch Fienjan war hartnäckig. "Von hier oben kannst du über den ganzen Rasen schauen. Wir haben alles im Blick. Das ist nicht gefährlich."
Wesentlich argwöhnischer argumentierte Alea: "Und was ist mit dem Mädchen, Fienjan? Es entführt uns Schnecken. Vater hat uns ausdrücklich verboten, aufzufallen. Wir sollen unter dem Grün der Pflanzen versteckt bleiben."
"Für die Menschen ist es noch zu früh, Alea." Die kleine Schnecke ohne schützendes Haus auf dem Rücken gab nicht auf. "Jetzt sei keine Spielverderberin und komm rauf." Grinsend wippte Fienjan auf seinem Grashalm.
Wie gerne wollte Alea mitspielen, aber die Worte ihres Vater ließen sie hadern. "Ich bin mit meinem Haus viel schwerer. Die Halme werden mich nicht tragen."
"Das stimmt nicht", widersprach Fienjan. "Ich bin viel breiter und größer. Du wiegst mit Haus nicht mehr als ich. Na los, komm endlich. Das macht Spaß." Augenblicklich schwang die Nacktschnecke noch heftiger auf dem Halm und jauchzte vor Freude. "Jipieeh, lauf mein Rasenpferd. Jipieeh."
Überredet. Lachend kroch Alea den benachbarten Grashalm hinauf und gemeinsam wippten die beiden Schnecken auf den Rasenpferden davon, dass die Tautropfen nur so in die Gegend spritzten.

Tief in ihr Spiel versunken bemerkten die Freunde nicht, wie sich ein dunkler Schatten bedrohlich über sie senkte. Und schon passierte das Unglück.
Eine Hand pflückte Alea behutsam von ihrem Halm. Sie schrie auf, versteckte sich blitzschnell in ihrem Schneckenhaus, während Fienjan ihr wie erstarrt hinterher schaute. Alea wurde von einem Mädchen nun sachte in eine durchsichtige Box gelegt.
Fienjan hörte die Weinbergschnecke weinen, als das Kind in die Hocke ging und sich mit dem Gesicht langsam seinem Grashalm näherte. Panik erfasste ihn. Er ließ sich fallen, um sich am Boden voller Angst klein zusammenzurollen. Vielleicht würde sie ihn nicht sehen, hoffte er, aber es war zu spät.
Von zwei Fingern hochgehoben, kniff er die Augen zu und blinzelte nur. In der Luft schwebend, sah er in das angewiderte Gesicht und hörte das Mädchen sagen: "Weißt du, Nacktschnecke, schön bist du nicht, aber sterben sollst du auch nicht." Mit diesen Worten warf sie Fienjan wie einen Kieselstein in hohem Bogen über den Gartenzaun.
Schreiend versuchte Fienjan sich zusammenzuziehen, damit die Landung nicht so hart würde. Er schlug auf dem Boden auf und kullerte weiter, bis der tief hängende Zweig einer Trauerweide ihn aufhielt. Traurig und erschrocken kroch die Nacktschnecke unter dem Zweigenvorhang der Weide hindurch, lehnte sich an den Baumstamm und weinte bitterlich.
Ein Rascheln über ihm schreckte Fienjan auf. Er blickte angestrengt in die Zweige hinauf und sah einen großen Vogel von Ast zu Ast springen. "Der Reiher!", schoss es ihm durch den Kopf. "Er kommt, um mich zu holen. Wie Mama und Papa." Rasch zog die Nacktschnecke sich zusammen.
Eine freundliche Stimme beruhigte den Ängstlichen. "Na, na, mein Kleiner. Du musst keine Angst haben, ich tue dir nichts. Ich habe dich weinen gehört. Hast du Kummer?"
Obwohl Fienjan die Worte verstanden hatte, beschloss er zitternd in seiner Haltung zu verharren.
Der Vogel sah und spürte die Angst der Schnecke. Vorsorglich zog er sich ein paar Schritte zurück und sprach mit sanfter Stimme: "Mein Name ist Kleur und ich bin ein Farbenvogel. Meine Art ernährt sich ausschließlich von sehr bunten Pflanzen. Du brauchst dich wirklich nicht vor mir zu fürchten. Verrätst du mir deinen Namen?"
Vorsichtig hob Fienjan den Kopf. Meinte der Vogel ihn? Konnte das tatsächlich sein? Da begann Fienjan sein Gegenüber genauer zu mustern.
Kleur war ein kunterbunter Vogel. Groß und von schlanker Statur. In seinem Gesicht leuchteten zwei rabenschwarzen Augen und sein Schnabel glänzte von sattem Gelb bis hin zu Feuerrot. Die Schwanzfedern lagen wie eine Schleppe hinter ihm auf dem Boden.
"Mein Name ist Fienjan", schniefte die Nacktschnecke leise.
"Schön dich kennen zu lernen, Fienjan", erwiderte Kleur. "Magst du mir erzählen, warum du weinst?"
"Ich bin ... Alea ist ... wir haben ...", stotterte Fienjan.
Kleur zog eines seiner Beine ein und hörte aufmerksam zu, während aus der kleinen Schnecke die Geschichte allmählich heraussprudelte. "Es ist alles meine Schuld. Ich habe meine Schwester Alea überredet."
Nachdenklich schüttelte der Farbenvogel den Kopf und wollte wissen: "Warum hat das Mädchen Alea gefangen genommen und dich über den Zaun geworfen?"
Wieder schlichen sich Tränen in die Augen der Schnecke. "Ich bin eine Waise. Meine Stiefschwester Alea ist eine Weinbergschnecke. Sie ist viel schöner als ich, mit einem prachtvollen Schneckenhaus. Das Mädchen fand mich hässlich und sie hat recht. Ich habe kein Haus. Da ist nur nacktes, schleimiges Braun. Niemand kann uns leiden."
Kleur richtete sich zu seiner vollen Größe auf und stupste Fienjan mit dem Flügel an. "Ich mag dich. Warte hier auf mich, denn ich habe eine Idee." Sogleich verschwand der Vogel durch den Vorhang aus Zweigen.
Immer noch traurig, aber auch eine Spur neugierig, verharrte Fienjan auf der Stelle.
Kurze Zeit später erschien Kleur wieder. In seinem Schnabel trug er viele kleine Zweige und Stroh. Er ließ sich nieder und bastelte aus dem Geäst geduldig ein schönes, filigranes Häuschen, setzt es Fienjan auf den Rücken und befestigte es dort mit Fasern einer Schlingpflanze. "Nun lass dich mal ansehen. Wie gefällt es dir, dein neues Schneckenhaus?"
"Ich ... ich kann nicht ... weiß nicht ...", plapperte Fienjan und verbog sich, um das Bauwerk anschauen zu können. "Ich kann es nicht sehen", meinte er schließlich enttäuscht.
Kleur lachte laut mit seiner wohlklingenden Singstimme. "Du sollst es nicht nur betrachten, sondern ausprobieren. Kannst du dich in das Haus zurückziehen und darin einrichten?"
Es dauerte ein paar Minuten. Doch nach etlichen Verrenkungen hatte es Fienjan geschafft. Er wusste, wie er sich in dem Haus verbergen konnte und juchzte voller Freude, kroch zum Bein seines neuen Vogelfreundes und ringelte sich dankbar darum herum. Dabei eckte sein Häuschen an, brachte Fienjan aus dem Gleichgewicht und er purzelte zu Boden.
"Mir scheint, du musst etwas üben", gluckste Kleur vergnügt. "Mit dem Haus bist du viel größer."
Fienjan rieb sich die Beule am Kopf und kicherte. Die ungleichen Freunde schauten sich grinsend an und brachen in lautes Gelächter aus. Es verging eine ganze Weile, bis sie sich beruhigten und wieder zu Atem kamen.
"Was ist eigentlich ein Farbenvogel?", erkundigte sich Fienjan. "Ich habe dich noch nie gesehen."
"Das glaube ich dir gern", sang der bunte Gefährte. "Wir sind sehr selten und ziehen ständig durch die Welt. Du hast Glück, die Sonne scheint und dort drüben kommt eine Regenwolke. Wenn du keine Angst hast, nehme ich dich mit hinauf auf den Baum. Von dort kannst du sehen, was ich tue. Hast du Lust?"
Fienjan war mulmig zumute. Ganz nach oben auf den Baum? Letztlich siegte die Neugier. Doch er traute seiner Stimme nicht und nickte nur.
Der Vogel senkte den Kopf. Fienjan kletterte angespannt auf Kleurs Schnabel und ließ sich in dem weichen Gefieder absetzen. So gut es das neue Schneckenhaus zuließ, rutschte er tief in das Federkleid hinein, bevor Kleur sich mit ihm zur Baumkrone aufschwang.
"Ich muss mich sputen, kleiner Kerl." Schnell hob er Fienjan auf einen Zweig der Weide, der stabil und breit war, sodass er genügend Halt fand. "Duck dich, damit dich der Windstoß des Flügelschlages nicht vom Baum weht", warnte Kleur und flog hoch. "Du musst gut hinsehen. Denn gleich werden alle deine Fragen beantwortet sein."

Es entstand ein heftiger Wirbel und Fienjan ringelte sich um seinen Zweig, während das neue Häuschen eine gefährliche Schräglage bekam. Doch er konnte sich festhalten. Da saß sie nun, die kleine Nacktschnecke, deren Tag mit einem so fürchterlichen Ereignis begonnen hatte und fieberte vor Aufregung.
Fienjan konnte auf nichts anderes mehr achten, als auf diesen stattlichen Vogel, der sich anmutig in die Lüfte schraubte.
Kleur stieg höher und höher und höher, sodass Fienjan vom Hingucken schwindelig wurde. Die Federn blendeten im Sonnenlicht, bevor der Vogel verschwand. Kleur war direkt in die schwarze Watteregenwolke eingetaucht.
Mit klopfendem Herzen starrte Fienjan zum Himmel. Hatte die düstere Wolke seinen neuen Freund verschlungen?
Schon wollte er sich Sorgen machen, als der Farbenvogel im Sturzflug aus der Wolke hinausstieß, nur um pitschnass wieder aufzusteigen. Dieses Mal nicht in die Wolke, sondern direkt in die Sonnenstrahlen hinein. Das Gefieder des Vogels glänzte wie geschliffenes Glas im Sonnenlicht. Je dichter er an die Sonne heran flog, umso gleißender und blendender wurde der Widerschein.
Wassertropfen fielen Richtung Erde, und sie waren voll kräftiger Farben. Bunt und überwältigend. Kleine zierliche Geschöpfe flatterten herbei und sammelten die Farbtropfen in winzigen Blütenkelchen ein. Sie waren schillernd und doch beinahe durchscheinend und glichen klitzekleinen Elfen mit Schmetterlingsflügeln, die doppelt so groß waren, wie sie selbst.
Eine ganze Schar huschte flirrend über den Horizont und malte geschwind mit den Farben aus Kleurs Gefieder einen atemberaubenden Regenbogen, der sich über die Landschaft spannte.
Staunend folgte Fienjan diesem Geschehen und den grazilen Bewegungen der Wesen, auf deren Gesichtern sich die pure Freude ablesen ließ. Dieser gigantische Regenbogen leuchtete wie ein farbenfroher Sprühfunkenregen. Fienjan war verzaubert, nahm nichts mehr wahr, außer diesem Schauspiel. Erst durch den Klang des Flügelschlages bemerkte er, dass der Farbenvogel zu ihm zurückkehrte.
Stumm hockten sie nebeneinander und beobachteten den Regenbogen, der nach und nach trocknete und verblasste. Fienjan konnte seinen Blick nicht von der Stelle abwenden, selbst als der Regenbogen bereits vollkommen verschwunden war. Erst die kitzelnde Berührung von Kleurs Flügel weckte Fienjan aus der Verzauberung.
Ehrfürchtig hauchte er: "Das war so unglaublich schön, farbenprächtig, glänzend ... und diese lieblichen kleinen Wesen ... wie schnell sie über den Himmel schwebten. Noch nie habe ich etwas Schöneres gesehen."
"Siehst du", meinte Kleur, "nun weißt du, welche Aufgabe ein Farbenvogel hat. Es gibt nur wenige meiner Art. Weil aber Regen und Sonne so selten in dieser Form aufeinandertreffen, schaffen wir es rechtzeitig, zur Stelle zu sein. Die Schmetterlingselfen und wir Farbenvögel bilden schon viele Jahrhunderte eine Gemeinschaft, aber kaum einer bemerkt uns und das ist gut so. Du gehörst zu den Wenigen, die nun das Geheimnis des Regenbogens kennen."
"Das ist sehr viel Arbeit für so kurze Zeit!", staunte Fienjan. "Welchen Sinn haben die Regenbögen, Kleur ..."
"Wer als Erster den Regenbogen erblickt", flüsterte der Farbenvogel, "darf sich etwas wünschen. Allerdings geht der Wunsch nur in Erfüllung, wenn du ihn zeitgleich mit dem Erscheinen der bunten Brücke aussprichst. Darüber hinaus erfreuen sich viele Menschen und Tiere an dem Anblick. Das allein ist die Arbeit wert! Heute bist du der Erste gewesen. Was hättest du dir gewünscht?"
Fienjan musste nicht lange überlegen. "Eine andere Farbe hätte ich mir für mich gewünscht. Ein samtiges Beige mit Grau wie die Weinbergschnecken, damit ich mich nicht mehr von ihnen unterscheide."
Kleur neigte den Kopf und schlug vor: "Wie wäre es mit einem lichten Gelbbeige? Eine Mischung aus beige und sonnengelb? Dazu kein stumpfes grau, sondern ein tiefes, samtiges braun. Dann würdest du ihnen ähneln, bliebest aber was du bist, eine ganz besondere Schnecke."
"Ich? Eine besondere Schnecke?" Aufgeregt kringelte sich Fienjan und fragte sicherheitshalber noch einmal nach: "Findest du wirklich?"
"Ja, natürlich!", bestätigte Kleur. "Und nun wollen wir den Wunsch erfüllen! Sélune! Sélune, komm zu mir. Ich brauche deine Hilfe."
Vom Himmel schwebte eine dieser lieblichen Schmetterlingselfen herab und landete direkt vor Fienjan.
"Kleur, du hast mich gerufen?" Sélune neigte ihr Köpfchen zur Seite. "Was kann ich für dich tun?"
"Liebe Sélune, es geht um den ersten Wunsch", erörterte der Farbenvogel.
Die Schmetterlingselfe klang erstaunt. "Wer war so schnell, dass er bei der Entstehung des Bogens ein Ansinnen äußern konnte?"
"Es ist diese kleine Schnecke hier", sprach Kleur. "Darf ich dir Fienjan vorstellen."
Ein freundliches Augenzwinkern begleitete Sélunes Worte: "Hallo, Fienjan, welchen Wunsch können wir Elfen dir erfüllen?"
Sie bekam keine Antwort von dem sprachlosen Fienjan, der sie bloß anstarrte.
"Kennst du die Farbe einer Weinbergschnecke?", fragte stattdessen Kleur.
"Natürlich, beige und grau", antwortete die Elfe.
"Färbt ihn wie eine Weinbergschnecke", bat der Farbenvogel, "aber nicht beige und grau, sondern in ein Sonnenbeige mit einem tiefen, satten Braun."
"Das können wir tun, wenn es wirklich sein Wunsch ist." Sélune nickte. "Fienjan? Willst du das?" Die klaren, azurblauen Augen der Schmetterlingselfe versenkten sich tief in seine, aber dadurch bekam Fienjan erst recht seine Stimme nicht in den Griff. Abermals nickte er nur.
"Dann", versprach die Elfe, "soll dir der Wunsch erfüllt werden." Sélune stieg auf in den Himmel und kurze Zeit später erschien sie in Begleitung zweier weiterer Elfen. Alle drei hatten jetzt eine winzige Palette bei sich.
Sie huschten und schwirrten um Fienjan herum, der sich vor Lachen kaum halten konnte. Ihre kleinen Pinsel kitzelten und pieksten ihn überall. Nach Luft ringend und sein Gleichgewicht suchend, verlor er sich in dem Gefühl von tausend Federn und kleinen Nadeln malträtiert zu werden, als es schon wieder vorbei war. Er schaute auf und direkt in die Gesichter der kleinen Elfen.
Sélune lachte ihn an und winkte gen Himmel. Sogleich schwebten vier weitere Feenwesen herunter, die einen großen gefrorenen Tautropfen in ihren zarten Händen balancierten. Sie landeten damit direkt vor Fienjans Nase.
Als er sein Spiegelbild erblickte, traute er den eigenen Augen nicht. Da war eine ansehnliche Schnecke mit einem bezaubernden Haus auf dem Rücken. Fienjan rutschte fast in sein Ebenbild hinein, ohne glauben zu können, was er sah.
"Liebe Sélune!" Kleur lächelte zufrieden. "Ich glaube, du hast meinen kleinen Freund mit deiner Arbeit überrascht. Schau nur, er ist so überwältigt, dass er seinen Augen nicht traut. Ich danke dir sehr dafür."
"Gern geschehen, Kleur." Die Schmetterlingselfe winkte bescheiden ab und meinte: "Er ist wirklich viel hübscher in diesen Farben! Ich freue mich, dass es ihm gefällt."

Ein helles Lachen schwebte über der Weide und wurde zu einem warmen Glockenspiel, als die anderen Feen mit einstimmten. Sie nickten Kleur zu und schwebten in den Himmel zurück.
Kurz bevor Sélune seinem Blick entschwand, brach ein lautes, schluchzendes "Danke!" aus Fienjan hervor und die kleine Elfe winkte ihm nickend und wissend zu.
Kleur und Fienjan plauderten noch eine Weile miteinander. Als es für den Farbenvogel Zeit wurde, weiterzureisen, brachte er die kleine Schnecke zurück in seinen Garten. Gut sichtbar platzierte er Fienjan auf einer weißen Margerite.
Der Plan, den sie beide geschmiedet hatten, ging auf. Das Mädchen entdeckte Fienjan sehr schnell, klaubte ihn mit zwei Fingern von der Blume und steckte ihn in die durchsichtige Box. Er wurde von ihr auf die Auenwiese hinaus getragen und dort im Gras abgesetzt.
Es dauerte fast den ganzen restlichen Tag, bis Fienjan endlich seine Schwester Alea und all die anderen Weinbergschnecken fand, die das Mädchen aus dem Garten entführt hatte.

Das kleine Mädchen hatte ihnen allen das Leben gerettet. Im Garten war zum Schutz um den Salat Schneckenkorn gestreut worden. Das Kind hatte die Schnecken eingesammelt und zur Aue gebracht, damit sie sich nicht vergifteten, denn es mochte die Weinbergschnecken sehr.


Hier endet die Vorschau!
Legen Sie sich deshalb das Buch gleich in den Warenkorb
oder bestellen Sie es bei Amazon als Ebook für Ihren Kindl