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Aus dem Buch: Antonia Sanker - Emma die kleine Stubenfliege
 
Ein neuer Untermieter

Es war Sommer. Die Sonne lachte über einem blauen, wolkenlosen Himmel. Die Amseln begrüßten den neuen Morgen und sangen ihr Lied.
Sabine gähnte herzhaft als sie aufstand und in ihre Pantoffel schlüpfte. Sie lachte vergnügt und schaute nach draußen in den Garten. Ja, tatsächlich! Es war kein Traum. Sabine hatte Ferien und es würde ein wunderschöner Tag werden.
Das Mädchen öffnete das Fenster und atmete mit geschlossenen Augen tief die frische Morgenluft ein. Doch es musste sich beeilen. Denn heute war nicht nur Sabines erster Ferientag. Nein! Heute wollten Mama und Papa ihr den kleinen Hund kaufen, den sie ihr schon so lange versprochen hatten. Aber zunächst hieß es: Waschen, Zähne putzen und Anziehen! Aufgeregt kichernd lief das Kind ins Badezimmer.

Der warme Sommerwind wehte durch das geöffnete Fenster und trug den Duft des blauen Flieders in Sabines Zimmer - und einen neuen Gast gleich mit dazu! Mit einem leisen Brummen flog Emma, die Stubenfliege, herein, stellte ihr braunes ReiseKöfferchen ab und setzte sich auf Sabines Kleiderschrank.

"Puuh!?, seufzte Emma erschöpft. "Das war eine lange Reise.? Sorgfältig zupfte sie mit ihren kleinen, haarigen Ärmchen das rosarote Kopftuch zurecht und strich sich über die ordentlich gebundene, blaue Schürze.
"Hmm!?, brummte die Stubenfliege, als sie sich in Sabines Zimmer umsah. "Hier sieht es ja aus wie bei den Hottentotten!? Mit strengem Blick musterte Emma die Barbie-Puppen, die auf Sabines rotem Teppich unordentlich herumlagen. Auf dem Schreibtisch stapelten sich Schulhefte neben achtlos hingeworfenen Stiften und Wachsmal-Kreiden. Im Bücherregal hatte sich der Staub fingerdick angesammelt und hinter dem Nachttisch erspähte der neue Gast sogar ein dickes Spinnennetz.
"Ojemine!?, jammerte die Stubenfliege. "Ich sehe schon: In diesem Schweinestall gibt es viel für mich zu tun. Doch dazu komme ich später.?
Zunächst suchte sich die neue Mitbewohnerin ein Plätzchen, an dem sie es sich gemütlich machen und am Abend schlafen konnte. In der hintersten Ecke auf dem Schrank fand sie die Hälfte einer Walnussschale, die beim Nüsseknacken während des letzten Weihnachtsfestes hier oben gelandet sein musste.
"Aha! Sooo lange ist hier also nicht mehr geputzt worden!? Emma schüttelte missbilligend den Kopf. "Na, diese Schlamperei muss sich ändern!?
Allerdings eignete sich die Nussschale in ausgezeichneter Weise als gemütliches Bett.

"Auf, auf, ans Werk!?, rief Emma. Schnell öffnete sie ihr Köfferchen und zog einen winzigen Fliegenbesen daraus hervor. Ein fröhliches Liedchen auf Fliegenart brummend machte sie sich daran, ihr Schlafzimmer auf dem Kleiderschrank herzurichten. Wie ein Wirbelwind sauste das fleißige Insekt umher und fegte den Staub zusammen, der überall herumlag. Dabei musste die kleine Fliege zwischendurch immer schniefen und niesen. Tränen rannen über ihr Gesicht.
"Hatschi!? Und dann noch einmal: "Hatschi!? Sie schüttelte sich. "Diese verflixte Stauballergie!? Doch dann ging es munter mit der Arbeit weiter. Am Nachmittag war es endlich so weit. Emmas Wohnbereich auf dem Kleiderschrank war jetzt blitzeblank. Besonders stolz war sie auf ihr Bett.
"Aus echtem Nussholz!? Sie nickte zufrieden und zog an der Bettdecke, bis sie ordentlich und akkurat ausgebreitet auf der Schale lag. "So! Für heute habe ich genug gearbeitet.? Müde aber glücklich, beschloss die Stubenfliege, noch ein bisschen ihr neues Reich zu erkunden, in dem sie von nun an leben würde.

Emma hatte sich gerade mit ihren Flügeln in die Luft erhoben, da hörte sie von draußen Menschenstimmen und das Lachen eines Kindes.
Sabine und ihre Eltern waren zurückgekommen. Sie kamen ins Haus, um bald darauf das Zimmer des Mädchens zu betreten.
Von einem sicheren Platz an der Wand aus sah Emma neugierig zu, was nun geschah.


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