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Aus dem Buch: Märchen über kluge und törichte Tiere
 
Der Hamster und die große Rübe
Barbara Bellmann

Es geschah einmal in einem weit entfernten Wald zu einer Zeit, in der die Winter noch frostiger und die Sommer noch wärmer waren als heute. In diesem Wald lebte Tom der Hamster. Sein Fell glänzte hellbraun und seine Knopfaugen funkelten schwarz.
Als die Wiesen grüner wurden und der letzte Schnee verschwunden war, erwachte Tom aus seinem tiefen Winterschlaf. Er streckte die steifen Glieder und lief hinaus in die Sonne. Die Sonnenstrahlen wärmten sein Fell und die Energie kehrte in seinen Körper zurück. Er genoss den Duft des frischen Grases und fühlte große Lust, sich zu bewegen.
Den ganzen Frühling und Sommer über spielte Tom im Wald. Auch als der Herbst kam, machte er keine Anstalten, sich auf den bevorstehenden Winter vorzubereiten. Die Tage wurden kürzer und die Blätter fielen von den Bäumen. Alle anderen Tiere sammelten fleißig Kastanien und Eicheln, Tom aber war zu faul, sich einen Vorrat anzulegen.
Als er eines Tages wieder einmal im Gras lag und sich in den letzten warmen Sonnenstrahlen räkelte, kam die kluge Eule vorbeigeflogen. "Uhuuu?, rief sie mahnend "Der Winter naht. Bereite dich vor!?

Doch Tom schloss die Augen und kümmerte sich kein bisschen um die Worte der weisen Eule.
Der Winter hielt Einzug und die ersten Schneeflocken fielen vom Himmel. Bald waren die Wiesen von einer dichten Schneedecke überzogen. Überall glitzerten die Eiskristalle und es wurde sehr kalt. Tom fror bitterlich, die kleinen Pfoten wurden blau und starr von der Kälte. Er bibberte am ganzen Körper und litt großen Hunger.
Da stolzierte ein weißer Fuchs des Weges. Tom sah ihn kommen und verharrte im Schnee, vor Kälte und Furcht gelähmt.
"Uhuuu?, hörte er plötzlich einen Warnruf. Es war die kluge Eule. "Entscheide weise, Tom!?, rief sie. "Der Fuchs ist der Diener der Eiskönigin, der Wächterin des Winters und der Kälte!?
Doch ehe Tom über diese Worte nachdenken konnte, stand der Fuchs vor ihm. "Was tust du hier im Schnee??, fragte er streng. "Du solltest zu dieser Jahreszeit in deinem Bau schlafen.?
"Ich war zu faul, um mich auf den Winter vorzubereiten. Jetzt ist mir kalt und mein Magen knurrt, denn er ist leer?, antwortete der Hamster ehrlich.
"Nun gut!?, sagte der Fuchs. "Ich werde dir im Namen der Eiskönigin helfen, aber vorher erhältst du eine Aufgabe: Hier ist eine große Rübe. Du musst einen Tag lang auf sie aufpassen, ohne auch nur einen Bissen davon zu probieren. Schaffst du es, erhältst du einen Wintervorrat, schaffst du es nicht, wirst du dich in jedem Winter in einen Schneemann verwandeln. Der Fluch wird erst dann gebrochen, wenn du ehrlich bereust, die Aufgabe nicht erfüllt zu haben!?
Der Wind wehte in diesem Augenblick noch eisiger. Da stimmte Tom zitternd zu.
Der Fuchs verschwand und vor dem hungrigen Hamster lag eine riesige, köstliche Rübe.
"Nur einen Bissen!?, dachte er. "Niemand wird etwas merken"
Er vergaß die mahnenden Worte der Eule und die Abmachung mit dem Diener der Eiskönigin, stürzte sich auf die Rübe und riss einen großen Bissen heraus.
Da durchströmte ein seltsames Gefühl seinen Körper - er verwandelte sich in einen Schneemann! Anstelle des rosa Schnäuzchens zierte eine große Mohrrübe sein Gesicht. Die schwarzen Knopfaugen wurden Kohlestückchen. Denken konnte er jedoch weiterhin. Und er war wütend auf den Fuchs, denn er fühlte sich von ihm hereingelegt. Kleine funkelnde Eiskristalle kullerten dem Schneemann statt der Tränen aus den Augen.
"Faul und auch noch töricht?, hörte er die Eule in der Ferne rufen.



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