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Bewertung Trainingsaufgabe 5
Umfrage endete am So 1. Feb 2015, 18:03
Lazemare 22%  22%  [ 2 ]
Daniel 11%  11%  [ 1 ]
Rockerchen 22%  22%  [ 2 ]
Reni 33%  33%  [ 3 ]
Jurek P 11%  11%  [ 1 ]
Ennos Berserk 0%  0%  [ 0 ]
Abstimmungen insgesamt : 9
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 Betreff des Beitrags: Autorenschule - Trainingsabteilung - AUFGABE 5
BeitragVerfasst: Fr 5. Jul 2013, 08:46 
Plot-Versteher
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Registriert: Mi 29. Jun 2011, 08:50
Beiträge: 4268
Wohnort: Südlich von Stuttgart
Vielen Dank, liebe Freunde!

Ich habe die Teilnehmer der bisherigen Trainungsaufgaben wohlwollend zur Kenntnis genommen. Abgesehen davon, dass diese Teilnehmer in etwa abschätze können wo sie im Vergleich zu ihren Freunden inzwischen stehen, hilft ihre Teilnahme uns auch in der Werbung. Unsere Mini-Short-Storys zeigen bei Facebook bereits jetzt schon recht erfeuliche Zugriffszahlen.

Außerdem wissen die Teilnehmer der Trainingsaufgaben, dass ich ein besonderes Auge auf sie und ihr Fortkommen habe. Klarer Fall: Wer zeigt, dass er bemüht ist, sich unseren erklärten Zielen anzunähern, darf sich meiner vollen Aufmerksamkeit sicher sein. Fleißige Leute haben bei mir 'immer' einen Stein im Brett.

Die fünfte, also die Juli-Aufgabe, dreht sich nun um Dialoge.

DOWNLOAD: http://www.sarturia.com/Lektorat/AUTORE ... IALOGE.doc

Beispiel:
"Ich habe dir doch gesagt, was ich haben will", sagte der Lektor und knallte der hübschen jungen Autorin das Manuskript auf den Tisch. "Ich wil, dass du das noch einmal ganz von vorne überarbeitest."
Das blonde Mädchen zog eine Schnute: "Aber ich hab' doch alles so gemacht, wie Sie das gesagt haben ...!"
Der Lektor griff zum Manuskript und stieß den Zeigefinger auf den ersten Absatz. "Da ist die erste Rückblende", bellte er, "und auf der gleichen Seite schon die zweite. Wie willst du einen ganzen Roman aus lauter Rückblenden aufbauen? Nach drei Seiten legt der Leser das Manusktipt aus der Hand!"
Er fuhr sich mit der Rechten über die Stirn, ehe er fortfuhr: "Ich habe dich angenommen, weil dein Vater hier war, und ein gutes Wort für dich eingelegt hat. Ich konnte ihm den Wunsch nicht abschlagen, weil ich ihn lange genug kenne und weil er zu den Bestsellerautoren gehört ..." - Und so weiter ...!
Ende Beispiel!

Wenn man die Technik, die Wirksamkeit und die Macht einer guten Dialogführung wirklich begriffen hat, dann ist man in der Lage, außerordentlich spannende Romane zu verfassen, mit Dialogen, die den Leser vom Hocker reißen.

Versucht mal hier, ob ihr in der Lage seid, eine spannende Mini-Short-Story zu erzählen, indem ihr möglichst wenig erzählenden Text verwendet, sondern indem ihr nur zwei oder mehr Leute sich miteinander unterhalten lasst, während ihr mit den Einschüben ein möglichst deutliches Bild von Handlung und Handlungsumgebung zeichnet.

Wie man spannenden Mini-Short-Storys erzählt, wisst ihr ja, sonst wären sie nicht bei Facebook veröffentlicht. Lasst eure Leser jetzt bitte einer spannenden Unterhaltung folgen, die in ein überraschendes Ende mündet.

Disclaimer:
Jeder Teilnehmer bekommt seinen "Autorenschule Förderpunkt" gutgeschrieben, der als Maß für das jeweilige Interesses am Studium gewertet wird, wenn es später mal um die Rangfolge in der Unterstützung der Besten gehen wird.

Der Sieger wird im Facebook veröffentlicht und bekommt natürlich auch seine Urkunde.

Die Siegerstorys selber werden bei Gelegenheit in einer eigenständigen Anthologie veröffentlicht.

Viel Spaß und wertvolle Erkenntnisse wünsche ich euch!

Liebe Grüße
Drachi

_________________
Nicht lang fragen. Einfach tun ...!


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 Betreff des Beitrags: Re: Autorenschule - Trainingsabteilung - AUFGABE 5
BeitragVerfasst: Fr 5. Jul 2013, 14:19 
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Beiträge: 306
Wohnort: Hamburg
Nahendes Unheil

„Was … was ist das?“, frage ich, aufgeregt auf den Horizont deutend. „Sie sind gekommen.“, antwortet die wunderschöne, aber unnahbare Elfe neben mir. „Du meinst…“ Ich wage den Gedanken nicht zu Ende auszusprechen. Doch Alyxya nickt nur. „Ja, die Prophezeiung hat sich erfüllt.“ Schaudernd drängt es mich zu fragen: „Alyxya?“ „Hmm?“,macht sie in ihrer wortkargen Art. „Warum ist der Himmel dort so rot?“ „Es beginnt das große Blutvergießen.“ Nach einer Weile entlasse ich: „Alyxya?“ „Hmm?“ „Ich habe Angst.“ Mehr noch als das, denke ich bei mir, wage aber nicht, es zuzugeben. „Ich weiß.“, sagt sie nur. „Wann…“, frage ich mit brüchiger Stimme, „wann werden sie hier sein?“ Sie zögert einen Moment, bevor sie antwortet: „Bald. Wir haben noch maximal achtundvierzig Stunden.“ Ein langes Schweigen folgt, in dem wir gebannt beobachten, wie die todbringenden Flügel der sich nähernden Engelsschar alles niedermähen, was ihnen in den Weg kommt. Nur, um etwas zu sagen, meine ich irgendwann: „Alyxya?“ „Hmm?“ Die Elfe wirkt sehr nachdenklich. „Hast du daran geglaubt, dass sie kommen?“ Mit einem bitteren Lächeln gesteht sie: „Ich habe es stets befürchtet.“ „Das heißt …“, beginne ich leise und fahre fort, wobei ich die um sich züngelnden Flammen, welche die Engel entfachen keinen Moment aus den Augen lasse: „Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen … Opfer des ewigen Feuers zu werden …“ Mich fröstelt plötzlich, doch sie scheint das nicht zu bemerken, sondern bestätigt nur nüchtern: „Ja, Kaly, das müssen wir.“ Wieder folgt ein langes Schweigen. Als ich sie nachdenklich betrachte, für kurze Zeit von dem Geschehen vor mir abgelenkt, ob ihrer Schönheit, werde ich mit einem Mal der Tränen auf ihren Wangen gewahr. „Alyxya?“ „Hmm?“ „Du weinst ja.“ Sie seufzt. „Auch deine Tränen werden kommen. Früher oder später.“ Sie hat ja so recht. Doch ich bringe nur ein „Ja… wahrscheinlich…“ heraus. „Kaly?“, fragt sie aus heiterem Himmel. Ich zucke zusammen. „Ja?“ Ihr Ton ist sehr herrisch geworden, als sie fordert: „Erledige alles, was du noch zu erledigen hast, schiebe nichts auf! Verabschiede dich von all deinen Lieben!“ „Das werde ich.“, verspreche ich ohne den Blick dabei von ihr abzuwenden. „Sieh!“ Ich folge mit den Augen ihrer ausgestreckten Hand. „Es kommt näher, dieses apokalyptische Rot.“ stelle ich zitternd fest. „Ja.“ Jede Minute kann es zu spät sein, daher traue ich mich nun die eine Frage zu stellen, die mir schon so lange auf der Seele brennt: „Alyxya?“ „Hmm?“ „Darf ich deine Hand halten?“ Lächelnd antwortet sie: „Ja, das darfst du.“ Schüchtern ergreife ich ihr filigranes Elfenhändchen, so behutsam, als könne ich es jederzeit zerbrechen. „Weißt du was, Alyxya?“ „Hmm?“ „Das ist ein schönes Gefühl. Ein Gefühl von Hoffnung in der dunkelsten aller Stunden…“ Zu meiner vollkommenen Überraschung meint sie nun: „Ja… ich weiß.“ Da platzt es aus mir heraus: „Ich liebe dich.“ „Ich dich auch.“, sagt sie und lächelt mich an. Verwirrt stotternd frage ich sie, nur um das Thema zu wechseln: „Hast du je einen gesehen?“ „Was?“ Offenbar habe ich es geschafft, sie zu verwirren, daher erkläre ich: „Einen von ihnen?“ „Einen Racheengel? Glaub mir, wenn, dann wäre ich schon tot.“ Ich nicke nur, und murmle dann vor mich hin: „Ich frage mich, ob sie wohl schön sind.“ Seufzend meint die Elfe: „Ich denke, das sind sie, ja.“ „Warum nur tun sie dann so etwas Böses?“ Alyxya sieht mich fest an und antwortet: „Weil es in ihren Augen das Richtige ist…“ „Alyxya?“ „Hmm?“ „Weißt du, was in meinen Augen das Richtige ist? Du!“ Lächelnd haucht sie: „Danke.“ Ich deute auf den aufgehenden Abendstern. „Die Nacht kommt.“ „Willst du nach Hause gehen, Kaly?“ Ich schüttele vehement den Kopf. „Nein. Ich möchte hier stehenbleiben. Genau hier. Und mit dir zusammen mein Ende erwarten.“ Erstaunlich gefasst entlässt sie: „Dann sei es so.“ Als der Mond sich über den Horizont erhebt, rufe ich in plötzlicher alles lähmender Panik aus: „Sie doch! Der Mond! Er ist blutrot!“ „Ja… ich weiß.“, sagt sie fast unhörbar. Aber, das bedeutet … „Alyxya?“ „Hmm?“ „Wir haben keine achtundvierzig Stunden mehr, richtig?“ „Hmm.“ macht sie nur. Ich schreie mehr, als dass ich frage: „Sie werden gleich hier sein, richtig?“ „Ja…“ „Alyxya!“, brülle ich, während mir die Tränen in die Augen schießen. „Ja?“, fragt sie nur. „Ich habe Angst!“ Mehr noch. So viel mehr. „Ich weiß.“, sagt sie – ob auch sie Furcht empfindet? „Meinst du …“, frage ich langsam, um eine ruhige Atmung bemüht, „Meinst du, es ist schlimm?“ „Was?“, will sie wissen. Mit Mühe bringe ich das eine, alles entscheidende Wort über die Lippen: „Sterben.“ Sie überlegt kurz, doch dann verstärkt sie den Druck auf meine Hand und sagt tapfer: „Nein. Nein, ich glaube nicht. Denn du bist ja bei mir.“ Ich ringe mir ein Lächeln ab, bevor ich meinem Blick wieder dem aktuellen Geschehen zuwende, den sirrenden Flügeln der Racheengel, die immer lauter werden. „Sie doch! Da! Ich kann sie schon erkennen!“, schreie ich „Ja…“, sagt sie leise, „Sie kommen.“ „Ja“, bestätige ich mit der plötzlichen Ruhe eines Menschen, der sein grausames Schicksal akzeptiert hat, „Sie sind hier.“

Chrissy Lazemare 07/13

_________________
To a place, where no words have gone before... ;-)


Zuletzt geändert von Lazemare am Mo 8. Jul 2013, 15:15, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Autorenschule - Trainingsabteilung - AUFGABE 5
BeitragVerfasst: So 7. Jul 2013, 21:16 
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Gerade hier und jetzt.

„Kommen Sie rein und setzen Sie sich“, sagt der kleine, kahlköpfige Mann. Auch während er spricht, hämmerte er auf seiner Schreibmaschine herum.
Ich tue, was er sagt. Als ich sitze, wirft er mir über seine randlosen Brillengläser einen fragenden Blick zu „Nun?“
Meine Augen wandern zum einzigen Fenster des Raumes. der gelbe Nebel hinter dem Glas lässt von der Außenwelt nur unbestimmte Umrisse erkennen.
„Hier bin ich“, sage ich.
„Das sehe ich“, murmelt mein Gegenüber. „Aber warum sind Sie hier?“
Ich zucke die Schultern. „Es erschien mir logisch, herzukommen.“
Der Kahlkopf schnaubt. „Einen anderen Grund können Sie nicht nennen?“
„Na ja, die Tür zum Gebäude stand offen und ich habe das Klappern Ihrer Schreibmaschine gehört.“
Er schüttelt den Kopf. „Das reicht leider nicht. Wissen Sie überhaupt, wo Sie sind?“
Ich weiß keine Antwort. Ein Gefühl der Beklemmung breitet sich in meiner Magengegend aus.
„Ich habe auch keine Ahnung, wie ich in diesen Nebel geraten bin oder wie ich wieder herauskommen soll“, sage ich.
„Das ist kein Wunder.“ Der Kahlkopf zieht ein vollgeschriebenes Blatt aus der Schreibmaschine und spannt das nächste ein. „In der Theorie des Traums nach Edgar Allan Poe existiert nichts außerhalb des gerade Erlebten und es ist auch nichts anderes denkbar. Lesen Sie den „Untergang des Hauses Usher“, da wird Ihnen das klar.“
„Ich bin nicht zum Lesen hergekommen“, erwidere ich.
„Sie haben keine wirkliche Erinnerung, wie es war, bevor Sie diesen Raum betreten haben“, stellt der Kahlkopf fest. „Das ist normal, es ist die Architektur der Träume.“
„Ich träume nicht!“, stoße ich hervor. „Ich bin mir bewusst, dass ich nicht träume.“
Der Kahlkopf verzieht das Gesicht. „Wenn Sie wach wären, wären Sie wohl kaum hier.“ Er setzt sein Gehämmer auf der Schreibmaschine fort.
„Sie sind ja verrückt!“, knurre ich. Ich habe genug von diesem absurden Theater.
Mein Gegenüber schenkt mir ein schiefes Lächeln. „Diese Diagnose kann ich zurückgeben. Aber wenn es so ist, wie Sie sagen, dann verraten Sie mir doch bitte Ihren Namen.“
Ich öffnete den Mund, möchte sprechen, aber kein Laut kommt über meine Lippen. Mein Name ist verschwunden, der gelbe Nebel muss auch ihn verschluckt haben.
„Verdammte Scheiße, ich will Ihren beschissenen Namen wissen!“ Das Gesicht des Kahlkopfs läuft rot an. Mit beiden Fäusten prügelt er auf seine Schreibmaschine ein.
Bei jeder geschrieenen Silbe sprüht Speichel von seinen Lippen auf das Blatt Papier, die Maschine und die Tischplatte.
Über den plötzlichen Wutausbruch erschrocken, springe ich auf, dass mein Stuhl krachend umfällt.
Ich weiche zur Tür zurück und öffne sie. Dahinter erwartet mich kein Gang, keine Wände, keine Decke, alles ist den undurchdringlichen Schwaden des gelben Nebels zum Opfer gefallen.
„Wahnsinn, nichts als Wahnsinn“, kreischt der Kahlkopf hinter mir.
Ich trete über die Türschwelle. Kein Boden ist mehr unter meinen Füßen. Ich versinke im Gelb und dem chemischen Aroma, das die Farbe in sich trägt. Die Karikatur einer Welt löst sich auf und ich begreife endlich, dass ich träume, dass ich für immer schlafe und nie erwachen werde.
Irgendwo klappert eine Schreibmaschine.


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 Betreff des Beitrags: Re: Autorenschule - Trainingsabteilung - AUFGABE 5
BeitragVerfasst: Di 9. Jul 2013, 08:44 
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Biker-Samstag


„Reichst du mir den Dreizehner rüber?“, sagte Karl, ohne sich vom Chromdeckel seiner Harley nicht abwandte.
„Ich dachte immer“, entgegnete Fred in der Werkzeugkiste kramend, „diese Ami-Gurken hätten Inch-größen.“
„Denkst du allen Ernstes“, brummte der breitschultrige Harley-Freak seinen Freund über die Schulter anschauend, “ich könnte mir bei der Menge Schrauben, die diese Mühle verliert noch Zoll-Gedönse leisten?“
„Nu‘ hör mal“, feixte Fred grinsend, „wer sich ein Milwaukee-Gefährt leisten kann, der sollte dann auch das Geld für Schrauben haben.“
„Ha, ha!“ brummte Karl seiner arbeit wieder zugewandt, „Das haben nur diese, die noch nicht verheiratet sind ... Und jetzt halte keine Volksreden und reich den Schlüssel rüber.“
„Hier.“
Fred reichte seinen Freund den ölverschmierten Maulschlüssel an, der ihn schweigend annahm. Nach einer kurzen Weile stöhnte er auf.
„So, wenn ich noch die Getriebeaufhängung nachziehe müsste die Mühle wieder einsatzbereit sein.“
„Na, das hoffe ich auch“, entgegnete Fred auf die Uhr blickend,“ denn sonst haben wir gar keine Zeit mehr für den kleinen Abstecher zur Stammkneipe.“
„Hör mir bloß auf“, erwiderte Karl deprimiert, „Sonja mach deswegen eh‘ Zicken. Jetzt gib mir mal den »Elf-Sechzehntel« rüber!“
„Wie“, wunderte sich Fred, „du hast dennoch Zollschrauben?“
„Wo denkst du hin - aber das entspricht den Siebzehner. Und jetzt mach hinne.“
Die letzten vier Schrauben waren schnell nachgezogen. Erleichtert atmeten die Freunde auf, als plötzlich ein Schatten durch die offene Garagentür auf sie fiel.
„Ich wünschte“, donnerte Sonja, „du würdest mit mir genau so viel Zeit verbringen, wie mit diesen Motorrad!“
„Wieso,“ brummte Karl zurück, „hast du auch paar Schrauben locker?“
Als Fred am Abend sich auf dem Sofa breit machte überlegte er sich, dass es nicht gerade weise war, eine Ex-Boxerin zu triezen ...

_________________
Seit frühster Kindheit, wo man froh lacht
verfolgt mich dieser Ausspruch magisch:
Man nehme ernst nur das, was froh macht,
das Ernste aber niemals tragisch.

Heinz Erhardt


Nur ein totes Byte ist ein gutes Byte


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 Betreff des Beitrags: Re: Autorenschule - Trainingsabteilung - AUFGABE 5
BeitragVerfasst: Mo 15. Jul 2013, 23:16 
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Mit oder ohne?
©Reni Zawrel

Georg trat ein. Miefiger Gestank schlug ihm entgegen. Wahrscheinlich konnte man an solch einem Ort auch nichts Besseres erwarten. Eine billige Absteige, in der man seine Bedürfnisse befriedigen konnte. Nicht mehr – nicht weniger.
War das der Besitzer des Etablissements, der sich unfreundlich nach den Wünschen des Gastes erkundigte? „Neu hier? Was soll’s sein?“
„Ja, das erste Mal“, bekannte Georg und betrachtete sein Spiegelbild in der schmutzigen Glasfläche hinter dem Fragenden mit den grauen Haaren. „Einmal, bitte!“
„Bitte ist hier überflüssig“, erklärte der schmierige Kerl, der hier scheinbar für alles zuständig war. „Du musst sowieso bezahlen.“
Georg nickte. Dass er hier nichts gratis bekommen würde, war ihm klar gewesen. „Wie viel?“
„Kommt drauf an“, lautete die Antwort.
„Worauf?“ Sicher, diese Frage war dumm gewesen.
Dementsprechend reagierte der Widerling. „Hast du überhaupt schon mal?“
Die Gesichtsfarbe von Georg wechselte zu hitzigem Rot. „Klar, ich bin doch schon volljährig.“
„Das sagt nichts aus“, entgegnete der Ältere. „Also, was willst du? Mit oder ohne?“
„Ohne“, quetschte George durch seine Lippen. Der Kerl da war echt das Letzte und vermieste ihm den ganzen Abend.
„Groß, klein?“ Es schien dem unangenehmen Besitzer des Geschäftes Spaß zu machen, den Gast ‚auflaufen‘ zu lassen.
George räusperte sich. „Geht dunkel auch?“
Argwöhnisch betrachtete der Grauhaarige den Gast. „Bist du sicher? Nicht vielleicht doch blond?“
Seufzend ergab sich Georg seinem Schicksal. Wenn er noch länger mit dem Fiesling diskutierte, würde er heute seine Gelüste nicht mehr befriedigen können. Er warf ein paar Münzen auf die Theke und meinte resigniert: „Von mir aus. Dann einen Krug kühles Blondes ohne Alkohol, bitte!“


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 Betreff des Beitrags: Re: Autorenschule - Trainingsabteilung - AUFGABE 5
BeitragVerfasst: Do 18. Jul 2013, 11:12 
Überschrift-Berechtigter
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Registriert: Mo 13. Mai 2013, 08:50
Beiträge: 264
Wohnort: Wusterhusen/Vorpommern
Ich habe es mal mit Nur-Dialog ohne ein weiteres erklärendes Wort versucht.

---------

„Ruppi, die Sicht! Ich sehe kaum was auf dem Monitor. Ist die Sicht so miserabel? Wie tief bist du jetzt?“
„Kcheiunddreißikch. Zzzicht zzt mäßikch abch – wartch, da wakch ein Flusen aupff dem Objekchtiv - besser, odekchx?“
„Besser. Aber kein Wrack, keine Spur davon. Dreh dich mal. Da, links?“
„Nee, Kchtxsteine. Abch dachintkch scheint zzt ein Stückchx runter zu gehkchx, ich schwimm mal rübkch. – Taa, eine Senke. Kchx.“
„Ist das da vorn ein Riff?“
„Kchja, scheint xo. – Nein, dakch zind Balken odch so.“
„Das Wrack! Das ist das Wrack! Hin da, ich will es sehen, mach!“
„Kchs ist tatsächlikch ein Pwrack.“
„Näher! Näher, Ruppi! Mach!“
„Kchs ist pstarkch zerstörtch.“
„Kein Wunder bei dem Alter. Das muss einfach die ‚Fortunata’ sein! Näher! Was ist das da Helles? Da drüben! Rechts. Das muss der Bug sein, oder?“
„Kchalles skch überwakchxen.“
„Da rechts. Siehst du nichts?“
„Kch weiß nikchtx, das könnte – kchx nicht die Galionspfikchuch, odch?“
„Die Galionsfigur? Madame Fortunata höchstselbst? Wir haben es! Ruppi, wir haben gewonnen! Gewonnen!“
„Kchie sieht so eigenartikch glatt aus, kchzu neu irgendwiekchx.“
„Red’ nicht! Näher ran! Was ist?“
„Kchie sieht mikch an!“
„Quatsch nicht! Ruppi!“
„Kchie hat die Augen offen kchx sieht mich an. Ihre Arme, ihre Prüste. Kchie Kchaare wallen im Wasser. Kchie will michx!“
„Bleib ruhig! Du halluzinierst! Du musst auftauchen!“
„Kchanz plaue Augen. Kchie will michxxx.“
„Auftauchen! Sofort! Ruppi!“
„---„
„Ruppi! Melde dich! Ruppi! Ruppiii!“
„---„
„Ich komm runter, Ruppi, warte! Ich werde ... ich tauche sofort“
„---„
„Ruppi, hörst du mich? Moment noch, ich ... scheiß Flossen ... ich komme ... ich ...“

„Ja, komm, mein schöner. Ich warte auf dich. Komm zu mir. Zu Fortunata.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Autorenschule - Trainingsabteilung - AUFGABE 5
BeitragVerfasst: So 9. Nov 2014, 19:50 
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Registriert: Di 27. Mär 2012, 17:10
Beiträge: 587
Taktik entscheidet

„Haha!“ lachte der Ingenieur ihn aus. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass das funktioniert?!“ Er wirkte beinahe verzweifelt. „Das kann einfach nicht dein Ernst sein!“ Doch Jethro lies sich nicht beirren.
„Vertrau mir.“ sagte er angespannt. Die Situation erforderte viel Finesse. „Ich weiß schon was ich tue.“ Hoffe ich zumindest, fügte er in Gedanken hinzu. Besorgt schlug sich sein Ingenieur die Hände über dem Kopf zusammen, wandte aber letztendlich doch ein.
„Also gut. Aber DU übernimmst die Verantwortung dafür.“
„Abgemacht.“ sichtlich erleichtert schnappte sich Jethro seinen Helm vom Hacken und stieg ins Cockpit seines Rennwagens. „Und Danke, Cap!“rief er durch das halb geschlossene Visier zu seinem Ingenieur.

„Funk Check, eins, zwo, eins zwo, … Cap, hörst du mich?“
„Klar und deutlich.“ kam die Antwort. „Wie sieht es auf der Strecke aus?“ Jethro riss sein Steuerrad nach Links und Rechts, „Ziemlich rutschig, wie erwartet.“ Am Morgen hatte es stark geregnet und der Asphalt bot keinen Grip mehr. Das Wasser lief nur langsam ab. „Verstanden,“ die Stimme des Ingenieurs rauschte durch die Kopfhörer. „aber sei vorsichtig da draußen. Wir haben dir die Flügel flach gestellt.“
„Ich weiß, Cap.“ antwortete Jethro rasch, „Das war ja auch meine Idee.“
„Und ich bin immer noch nicht glücklich darüber.“
„Das wirst du wenn ich am Ende vorne stehe.“ Jethro lachte.

Die Einführungsrunde endete und die Fahrer waren auf dem Weg in die Startaufstellung. „Noch ein Stück,“ wies Cap seinem Fahrer an, „noch etwas. Gut! Bleib so.“ Es war kein leichtes Unterfangen, von beinahe ganz hinten nach vorne zu fahren und möglichst viele Punkte mit zu nehmen.
„Hier ist die Rennleitung.“ dröhnte es aus den Kopfhörern und Lautsprechern. „Wir starten als Regenrennen. Ich bitte alle um Rücksicht und Riskiert nicht zu viel. Und nun, Gentleman“ fuhr die Rennleitung fort, als er seine Mahnung aussprach, „startet die Motoren.“ Mit einem Male dröhnte ein Tiefer Sound, das Publikum auf Tribünen johlten und jubelten und langsam gingen die Lichter der Ampel aus. Eines nach dem anderen. Und da war er, der Start. Reifen quietschten und drehten durch. Der Geruch von Öl und verbranntem Gummi hing schwer in der Luft. „Es geht Los! Los! Los!“ Auch der Stadionsprecher fieberte mit dem Publikum mit. „Alle Fahrer sind sauber durch die erste Kurve gekommen. Ein wirklich gelungener Start.“ Jethro hatte die ersten Runden seine Schwierigkeiten, die Strecke war einfach noch zu rutschig und die niedrigen Flügel boten weniger Abtrieb. „Warte einfach noch eine Weile ab.“ Funkte er zu seinem Ingenieur. „Es wird langsam besser.“
„Ich hoffe du hast recht.“ gab Cap zurück, „Pass besonders in Kurve Sechs auf. Dort liegen Trümmerteile einer Kollision.“ „Verstanden.“ Mühsam rutschte Jethro mit seinem Boliden um die Kurven. Aber bereits nach einem Drittel der Renndistanz konnte er schon an mehreren Autos vorbeifahren. „Mit einer wirklich interessanten Taktik kommt auch Jethro immer weiter vor.“ War von den Kommentatoren zu hören. „Ich beobachte ihn schon eine ganze Weile und ich kann sagen: der Junge wird immer schneller.“
„Nur noch vier Zehntel auf deinen Vordermann.“ Jethro ignorierte die letzte Funkdurchsage und fuhr immer schneller. Er setzte Links an, überholte aber Rechts in der Innenseite. „Ich hab's doch gesagt.“ Funkte Jethro an die Box. „Weniger Flügel zahlen sich aus. Die Strecke trocknet ab.“ „Ja, du machst eine gute Arbeit,“ gab Cap zurück, „aber bleib Fokussiert, wir sind noch nicht im Ziel.“
„Wenn das so weiter geht, könnten wir zum Schluss einen Überraschungskandidaten auf dem Podium sehen.“ Meinte einer der Kommentatoren.

„Fünf Runden noch. Noch fünf Runden.“ Die Stimme des Ingenieurs war ruhig, aber Jethro glaubte trotzdem eine Anspannung daraus zu hören. „Du liegst auf dem vierten Platz.“ Die Autos vor ihm waren noch weit voraus. Aber sie alle waren langsamer unterwegs als Jethro.
„Jung?“ fragte Cap über dem Funk nach. „Wir haben hier alles nachgerechnet. Den dritten Platz schaffst du noch. Aber die vorderen Beiden sind einfach zu weit weg.“
Auch den Kommentatoren schien das nun klar zu werden, „aber wenn er es über die Ziellinie schafft kann auf jeden Fall zufrieden mit sich sein. Er fuhr ein starkes Rennen.“ Dann machte er eine kurze Pause und rief aufgeregt in das Mikrophon. „Nein! Was ist denn das? Eine Kollision! Ja ist das denn die Möglichkeit?“
„Jethro,“ wandte sich Cap nun wieder an seinen Fahrer, „es gab eine Kollision. Du führst das Rennen an.“ Er blieb völlig ruhig. Und dann war es so weit. Vier Kurven trennten Jethro noch von seinem nächsten Sieg.
„Er hat es ziemlich schlau angestellt.“ Berichtete der Kommentator. „Seine riskante Taktik half ihm aufs Podest, und den Sieg wurde ihn praktisch zugeworfen.“ Jethro bog um die letzte Kurve. „Und da kommt er, der heutige Sieger! Jethro gewinnt das Rennen.“ Der junge Fahrer streckte die Hand aus dem Cockpit und winkte dem Publikum zu, das von den Plätzen aufgestanden ist ihrem Sieger entgegen jubelte.
„Junge du hast es tatsächlich geschafft! Glückwunsch!“
„Danke! Danke an alle!“ Jerthro konnte seine Freude kaum verbergen, und auch während der Siegerehrung und der Fahrerkonferenz kam er aus dem Grinsen nicht mehr raus. „Siehst du Cap, ich sagte doch wir schaffen das.“

_________________
Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist, dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht.

William Shakespeare


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 Betreff des Beitrags: Re: Autorenschule - Trainingsabteilung - AUFGABE 5
BeitragVerfasst: So 1. Feb 2015, 21:23 
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 Betreff des Beitrags: Re: Autorenschule - Trainingsabteilung - AUFGABE 5
BeitragVerfasst: So 4. Dez 2016, 16:44 
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Registriert: Mi 29. Jun 2011, 08:50
Beiträge: 4268
Wohnort: Südlich von Stuttgart
Neue Runde, neues Grück!
Wir freuen uns über jeden Teilnehmer, der damit beweist, dass ihm sein Vorwärtskommen wichtig ist!

LG
Drachi

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