Making of – Im Tiefflug über die Milchstraße

Wer kennt nicht Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“? Es gibt genügend Vorab-Leser, die Barbara Hagens „Im Tiefflug über die Milchstraße“ sofort mit diesem Titel in Verbindung gebracht haben, obwohl die Thematik eine völlig andere ist und man die Geschichte mit nichts vergleichen kann, das derzeit auf dem Markt ist. Dr. med. Barbara Hagen hat mit ihrem Debüt-Roman sämtliche Regeln gebrochen und zielt mit ihrem einzigartigen Werk genau auf das Zentrum des Zwerchfells ihrer Leser. Machen Sie sich also auf ein wirklichl einmaliges Lesevergnügen gefaßt:

Dr. med. Barbara Hagen erzält: Wo beginnen? Selbstlos bei meiner eigenen Vorstellung? Ich bin eine 60jährige Landärztin, von Natur aus technik-, flug-, weltraum- und schreibbegeistert. Wenn ich eine Geschichte beginne, weiß ich eigentlich nie genau, wo sie hinführt. Irgendwann machen sich meine Charaktere selbständig und verwirklichen ihre eigenen Interessen. Dann halte ich in der Nacht Zwiesprache mit ihnen, bezweifle, ob sie mit ihren Meinungen – die nicht unbedingt mit meinen eigenen Anschauungen übereinstimmen müssen – so ganz richtig liegen und korrigiere jene Passagen, in denen sie über das gewünschte Ziel hinausschießen wollen.

Drei Testleser haben mich bei meiner Arbeit beraten, hier dem Alter nach aufgeführt:

Zunächst ein Teeny. Ein Mädchen mit gerade mal dreizehn Jahren. Es fand die Geschichte nicht wirklich lustig. Sie hätte – ihrer Meinung nach – zu wenig Dramatik und erschiene ihr im Grunde genommen recht sinnlos. Wo blieben die großen Gefühle …? Ich musste mir also eingestehen, dass mein mühsam zu Papier gebrachtes Werk für Leser unter vierzehn Jahren wohl nicht unbedingt die richtige Lektüre sein mochte.

In meinem zweiten Testleser fand ich jedoch meinen allergrößten Fan. Männlich, selbstbewusst und Computer-Spiel-Fan! Ein kritischer Freund zwar, der mich allerdings nach der Lektüre ermutigte, auf jeden Fall weiterzuschreiben.

Nebenbei schlug er vor, dass unbedingt eine Figur, wie etwa ein Kopfgeldjäger, mitspielen müsse. Ein Charakter, wie er in Computerspielen immer wieder mal auftaucht. Das würde die Geschichte ungemein aufwerten. Und diese Idee fand ich ziemlich inspirierend. Und so ist „Haldon Rem“ eine echte Bereicherung für die Geschichte geworden. Vielen Dank also!

Allerdings fand ich es dann doch für notwendig, die Figur für meine Vorstellungen ein wenig zurechtzubiegen. Ein Computerspiel ist halt doch etwas anderes wie ein gedrucktes Buch. Und so viel Blut wie mein Kritiker gerne gesehen hätte, wollte ich nun doch nicht vergießen.

Und dann war da noch eine ältere Freundin; eine ehemalige Deutsch-Professorin. Sie hat zwar alle meine Anspielungen auf Anhieb verstanden, beschwerte sich allerdings mächtig über meine Tippfehler. Außerdem fand sie, dass ich manchmal zu weit gegangen wäre, und so entfaltete sich eine Atmosphäre gegensätzlicher Ansichten.

Zum Beilspiel fand sie, dass „Heimat, deine Sterne“ mit Vorurteilen behaftet sei. Ich dagegen fand das ganz und gar nicht so. „Quax der Bruchpilot“ war für mich ein Super-Film, den ich immer noch liebe, und darum äußerte ich, dass mich alles andere nicht interessiert. Nebenbei hegte sie auch die Befürchtung, dass manche meiner Anspielungen verletzend wirken könnten. Und da fragte ich sie natürlich, wer sich denn um meine Verletzlichkeit kümmere, wenn die Patienten in meiner Praxis finden, dass meine Haare auch schon ziemlich grau geworden seien …! Na ja, gegensätzliche Meinungen können zuweilen tatsächlich auch befruchtend wirken.

Dennoch habe ich es geschafft, alle Figuren, die mir in den beinahe zwei Jahren Schreiberei ans Herz gewachsen waren, zu einem plausiblen Ende zu führen. Natürlich gab es immer wieder kleinere Alltagserlebnisse, die mit ihrer frechen Naivität einfach in meine Geschichte gefasst werden mussten. Aber gerade dadurch habe ich meine kleinen Helden lieben gelernt und ihnen ihre Eigenheiten nachgesehen.

Aber dann war da noch die Familie. Natürlich hat sich der beste Ehemann der Welt über die lange, lange Zeit beklagt, die ich – gänzlich ohne ihn – am PC verbracht habe. Verständlich! Natürlich! Doch mein inzwischen erwachsener Sohn hat diese Klagen wieder nivelliert. Er freute sich darüber, dass mir wieder mal ein Roman gelungen war, denn mit diesem Faktum konnte er bei seinen Freunden punkten.

Dem Hund war es egal.

 

Im Tiefflug über die Milchstraße finden Sie in unserem Buchkatalog unter

http://www.sarturia.com/buch-shop/index.php?kat=Science-Fiction#a30630

Dieter König
Verleger, Coach, Lektor, Autor

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