Felicitas Brandt — Die Jägerin

Die Nacht war tief­schwarz und undurch­dringlich. Sie war ihr Schutz, ihr Man­tel und ihre Waffe. Laut­los schlich sie durch die Dunkel­heit, der Asphalt kühl und fest unter ihren Füßen. Die Jägerin. Ihre Gedanken nur auf ein Ziel gerichtet. Blut. Leben.

Etwas raschelte neben ihr. Augen­blick­lich erstar­rte sie, ver­schmolz mit ihrer Umge­bung, wurde Teil der Welt. Unsicht­bar. Jed­er Muskel anges­pan­nt. Tödlich. Dicht am Boden lauschte sie auf jedes Geräusch. Eine kaum sicht­bare Bewe­gung und die Klin­gen glit­ten her­vor, blitzen in der Schwärze.

Ein kaum hör­bares Kratzen über den Stein, wie um die Schärfe zu prüfen. Die Klin­gen waren dafür gemacht wor­den zu töten. Wie ihre Besitzerin. Ewigkeit­en, so schien es, ver­strichen. Sie rührte sich noch immer nicht, lauschte nur, wartete darauf, dass der Unbekan­nte einen Fehler machte.

Doch nichts geschah.

Vor­sichtig richtete sie sich auf. Die Klin­gen ver­schwan­den wieder. Ein kaum merk­lich­es Flüstern, als ihr Haar über den Stein strich. Dann schlich sie davon.

Die Maus jedoch kauerte reg­los hin­ter dem Stein. Ihr kleines Herz klopfte rasend schnell, während sie zusah, wie die Katze leise in der Gara­gene­in­fahrt verschwand.

 

Felic­i­tas Brandt ist Gast­tutor bei Sar­turia. Sie ist Absol­ventin der Sar­turia-Autoren­schule und steuerte Beiträge zu unser­er Märchen­rei­he bei. Mit ihrem Ehrgeiz und Kön­nen ist sie direkt auf dem Weg zur Sarturia-Stammautorin.

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